ETF-Sparplan vs. Altersvorsorgedepot: Netto-Endkapital im Direkt-Vergleich
Bewege die Schieber rechts: Du siehst sofort, wie sich dein Netto-Endkapital im freien ETF-Sparplan und im Altersvorsorgedepot unterscheidet. Die Förderung, die jährliche Vorabpauschale beim ETF, das Halbeinkünfteverfahren beim Altersvorsorgedepot und dein persönlicher Steuersatz im Ruhestand sind eingerechnet.
Deine Spar-Annahmen
Netto-Endkapital
Wie der Rechner arbeitet
Der Vergleichs-Rechner berechnet zwei parallele Spar-Pläne mit identischer Eigenleistung über dieselbe Laufzeit. Die Unterschiede entstehen ausschließlich durch Förderung, laufende Steuern und Auszahl-Steuern:
- Altersvorsorgedepot, geförderter Teil (bis 1.800 €/Jahr Eigenbeitrag = 150 €/Mt): Eigenanteil + jährliche Zulage (50 % bis 360 €, 25 % bis 1.800 € + 300 € pro Kind). In der Auszahlphase wird die gesamte Auszahlung dieses Topfes voll mit deinem persönlichen Steuersatz versteuert – das ist die nachgelagerte Besteuerung wie bei der Riester-Rente.
- Altersvorsorgedepot, ungeförderter Teil (1.801 € bis 6.840 €/Jahr): Hier greift bei Einmalauszahlung nach 12 Jahren Vertragslaufzeit und Alter 62 das Halbeinkünfteverfahren – nur 50 % der Gewinne sind steuerpflichtig, ähnlich wie bei einer ETF-Rente der dritten Schicht.
- In beiden AVD-Töpfen entfällt die Vorabpauschale in der Ansparphase – das ist der Steuermantel-Vorteil gegenüber dem freien ETF.
- Freier ETF-Sparplan: Eigenanteil ohne Zulage. In der Ansparphase wirkt die Vorabpauschale rendite-mindernd (Modellannahme −0,3 % p. a.). Bei Verkauf 26,375 % Abgeltungsteuer auf alle Gewinne.
Anbieter-Kosten (TER von ETFs, Verwaltungsgebühren) sind in beiden Modellen ausgeklammert, weil sie sich näherungsweise neutralisieren – beim AVD-Standarddepot sind sie auf 1 % p. a. gedeckelt, ein typischer Welt-ETF kostet 0,1–0,3 % p. a.
Wann der freie ETF die bessere Wahl ist
Die rechnerische Überlegenheit des Altersvorsorgedepots gilt nur, wenn du das Geld tatsächlich bis zum Renteneintritt nicht brauchst. Eine vorzeitige Auszahlung im Altersvorsorgedepot ist nicht vorgesehen. Wenn du das Kapital vor 65 für Hauskauf, Kinder-Studium oder Sabbatical brauchst, verschenkst du im Altersvorsorgedepot Förderung und Flexibilität.
Praxis-Lösung: Beide Konten parallel führen. Erste 150 €/Monat ins Altersvorsorgedepot, alles darüber je nach Liquiditätsbedarf in den freien ETF oder die ETF-Rente. Mehr dazu im Strategie-Ratgeber.
Häufige Fragen zum Vergleich
Warum schneidet das AVD im Modell besser ab?
Zwei Effekte: die staatliche Zulage von bis zu 540 € pro Jahr plus 300 € pro Kind und das Wegfallen der Vorabpauschale in der Ansparphase. Bei kleinen Sparraten bis 150 €/Mt überwiegt klar die Zulage. Bei größeren Sparraten (200 €/Mt+) kommt der ungeförderte Teil im AVD mit Halbeinkünfteverfahren als zusätzlicher Vorteil hinzu.
Wichtig: Den Steuer-Effekt darf man nicht überschätzen. Der geförderte Teil wird in der Auszahlphase voll versteuert (nachgelagerte Besteuerung). Der „Halbeinkünfte-Bonus" greift nur auf dem Anteil über 1.800 €/Jahr.
Welche Annahmen sind nicht im Modell enthalten?
Anbieter-Kosten (Verwaltungsgebühr und Fonds-TER) sind ausgeklammert, weil sie sich zwischen AVD-Standarddepot und freiem ETF-Sparplan in der Praxis weitgehend angleichen. Inflation und Sozialversicherungs-Beiträge in der Auszahlphase sind ebenfalls nicht abgebildet.
Wie realistisch ist die 6-%-Rendite-Annahme?
Globale Aktien-Indizes (z. B. MSCI World) haben in den letzten 30 Jahren rund 6–8 % nach Inflation geliefert. 6 % ist eine konservative Mittelannahme. Wer defensiver rechnen will, setzt 4 %; wer optimistischer rechnet, 7 %.
Was ist mit Sozialversicherungsbeiträgen in der Auszahlphase?
Wer als freiwillig gesetzlich krankenversicherter Rentner Auszahlungen aus dem AVD bezieht, zahlt darauf KVdR-Beiträge. Bei privater Krankenversicherung ist das nicht relevant. Diesen Effekt klammern wir bewusst aus, weil er stark von der individuellen Versicherungssituation abhängt.
Vertiefende Ratgeber
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