Du kannst das Altersvorsorgedepot frühestens am 1. Januar 2027 eröffnen, wenn die ersten zugelassenen Anbieter ihre Produkte am Markt haben. Bis dahin kannst du dich gut vorbereiten: Sparziel klären, Sparrate festlegen, bestehende Verträge inventarisieren, Anbieter sondieren. Wer früh dabei ist, profitiert von oft günstigen Marktstart-Konditionen und sichert sich die volle Zulage für 2027.
Phase 1 – Vorbereitung (jetzt bis Q3 2026)
- Sparziel klären. Wofür sparst du? Lebensstandard im Alter, zusätzliche Rente, Kinder-Studium? Das beeinflusst Strategie und Sparrate.
- Sparrate ermitteln. Wie viel kannst du dauerhaft im Monat erübrigen? 30 € sind das Minimum für volle 50-%-Zulage in Stufe 1; 150 € sind das Optimum für maximale Grundzulage.
- Bestehende Verträge inventarisieren. Riester, Rürup, betriebliche Altersvorsorge, freie ETFs – alles auf einen Tisch. Unsere Riester-Entscheidungsmatrix hilft.
- Steuersituation prüfen. Bei hohem Steuersatz lohnt sich Sonderausgabenabzug stark – das beeinflusst die Strategie.
- Wartelisten-Plätze sichern. Trag dich auf der Warteliste ein, um zum Marktstart über Anbieter und Konditionen informiert zu werden.
Phase 2 – Anbieter-Sondierung (Q4 2026)
- Erste Anbieter-Listen prüfen. BaFin und Branchenverbände veröffentlichen voraussichtlich im 4. Quartal die zugelassenen Anbieter.
- Standarddepot oder Wahltarif? Das Standarddepot ist auf 1 % p. a. Kosten gedeckelt – für 80 % der Sparer die richtige Wahl. Wahltarife bieten mehr Flexibilität, aber auch höhere Kosten.
- Anlageuniversum vergleichen. Welche ETFs darf der Anbieter ins Depot aufnehmen?
- Service-Qualität prüfen. Anbieter mit gutem Online-Banking und transparentem Reporting sparen dir Zeit.
Phase 3 – Eröffnung (ab 1.1.2027)
- Konto eröffnen. Online-Identifikation per Video-Ident oder Post-Ident. Dauer: 10–30 Minuten.
- Dauerzulagenantrag erteilen. Der Anbieter beantragt damit automatisch deine Zulage bei der ZfA.
- Sparplan einrichten. Monatliche Sparrate festlegen, idealerweise so, dass du mindestens 360 €/Jahr (volle Stufe-1-Zulage) erreichst.
- Allokation wählen. Bei Standarddepot: vorgegebene Anlage. Bei Wahltarif: ETF-Mix selbst zusammenstellen.
- Riester-Übertrag in die Wege leiten. Wenn du einen Riester-Vertrag hast, jetzt den Wechsel-Antrag stellen.
Auf welche Anbieter-Kriterien sollte ich achten?
| Kriterium | Empfehlung |
|---|---|
| Verwaltungsgebühr | Beim Standarddepot <0,5 % p. a. ist top, bis 1 % akzeptabel |
| Fonds-TER | Welt-ETFs idealerweise <0,2 % |
| Mindestsparrate | Idealerweise 25 €/Mt oder weniger |
| App / Online-Banking | Mobile-App, transparentes Reporting |
| Anbieter-Qualität | BaFin-zugelassen, Sondervermögen-Schutz |
| Auszahlflexibilität | Auszahlplan, Rente, Mix möglich |
Welche Fehler sollte ich vermeiden?
- Zu spät einzahlen. Wer erst im Dezember einzahlt, hat im selben Jahr nur eine Teilzulage. Sparplan zum Jahresanfang einrichten.
- Zu niedrige Sparrate. Unter 30 €/Mt verschenkst du einen Teil der vollen Zulage.
- Falsche Allokation. Mit 35 Jahren in 100 % Geldmarkt-Fonds ist suboptimal – lange Laufzeit verträgt eine höhere Aktienquote.
- Keine Inventur der Altverträge. Wer Riester behält, ohne Altverträge zu prüfen, verschenkt häufig fünfstellige Beträge.
Für eine individuelle Beratung mit Anbieter-Vergleich trag dich auf die Warteliste ein.